Wie spielerisches Crowdsourcing das Leben schöner machen kann

Wie überzeugt man 23,000 Menschen aus aller Welt, eine der langweiligsten Aufgaben vorstellbar freiwillig zu machen – und dabei auch noch für einen guten Zweck dabei Spaß zu haben? Eine finnische Variante des Crowdsourcing macht’s möglich, schreibt Anian Christoph Wimmer.

Die altehrwürdige Finnische Nationalbibliothek und das Start-Up Microtask haben sich zusammen getan, um die gewaltige, mühselige Arbeit des Digitalisierens alter Zeitungen durch spielerisches Crowdsourcing zu bewältigen. Digitalkoot nennt sich das Projekt, was so viel wie “Digitale Freiwillige” auf Finnisch heißt.

So macht ehrenamtliches Helfen Laune!

Einfach über Facebook einloggen, und los gehts: Wir steuern einen niedlichen Maulwurf über Brücken bei “Mole Bridge”, und entscheiden, steuern so Wörter bei, die der Scanner nicht lesen konnte. Oder wir jagen bei “Mole Hunt” der Identifizierung von Wörtern nach, die der Scanner falsch gelesen hat. Natürlich mit Zeitdruck!

Fast 95.000 Minuten lang haben die vielen freiwilligen Helferlein bislang kostenlos für die Nationalbibliothek gearbeitet. Sie konkurrieren sogar in täglichen Top 6-Listen darum, wer der beste Jäger-Maulwurf auf Facebook ist.

Ein schöner Nebeneffekt: Man kann ja guten  Gewissens daddeln, immerhin tut man es für einen löblichen Zweck. So kann man mit Facebook-Spielen das kulturelle Erbe Finnlands bewahren – und letzten Endes im Internet auch öffentlich zugänglich zu machen.

Aber mit oder ohne guten Zweck: Wer hätte nicht gerne 23,000 fleissige Helferlein, die einem das Leben schöner oder zumindest einfacher machen? Ich hätte da ein paar Vorschläge für kreatives Crowdsourcing aus dem eigenen Lebensbereich…meine Top 5:

  1. Alte Dokumente, Briefe, Zeugnisse scannen, entziffern, und archivieren. Von Opas Feldpost bis zu peinlichen Liebesbriefen aus der Pubertät.
  2. Für Programme wie iPhoto oder Picasa eine menschliche Bilder-Erkennung und Archivierung (vor allem: Die ganzen unbrauchbaren Schnappschüsse ausmisten!).
  3. Die Doppeleinträge im elektronischen Adressbuch aussortieren. Alte Adressen löschen oder aktualisieren, und die vielen Sychronisierungsfehler korrigieren.
  4. Digitale Steuerbelege sammeln, abheften, organisieren.
  5. Nicht digital, aber muss einfach in diese Liste: Hausarbeit, vor allem Staubsaugen. “Play the Vacuuming Game! Find the dirt and eliminate it using the scary DUST BUST Gun” – da würden schon 50 Heinzelmännchen reichen.

Wer hat noch ein paar Vorschläge?