Wochenkolumne: Was die Kirche nun braucht – neben einem Christbaum und einer Krippe

Warum sich diese Woche die Kontroverse um Amoris Laetitia zuspitzte – Und eine Klärung immer noch gefordert wird. Eine Einordnung.

Über dem Petersplatz leuchten sie nun, die umweltschonenden Lichter des vatikanischen Christbaums. Herab von der Dolomitenfichte, 25 Meter hoch, auf die fast lebensgroße Krippe. Beide hat Papst Franziskus am gestrigen 9. Dezember feierlich “eröffnet”.

Der feierliche Rahmen der Zeremonie auf dem Petersplatz war versöhnlicher Kontrapunkt in diesem Advent, der nicht nur feierlich und friedlich für die Kirche begonnen hat.

Franziskus erinnerte daran, dass es letztlich um Jesus Christus geht: Darauf verweist das Kind, das bereits in der Krippe auf dem Petersplatz liegt.

Wie am Malteserkreuz, der Kleidung und Werkzeugen der Figuren zu erkennen ist – und an einem landestypischen Boot, das auch gleich an die Massenmigration übers Mittelmeer miterinnert – ist diese Krippe ein Geschenk der Erzdiözese Malta. Vertreter des Bistums und der Künstler, Manwel Gretch, waren zugegen, als der Heilige Vater darüber sprach, dass die Krippe “in Kirchen, Häusern und an vielen öffentlichen Plätzen eine Einladung, Platz für Gott zu machen in unserem Leben und unserer Gesellschaft” sei.

Einen Beitrag dazu sollten, ja, müssten eigentlich auch Journalisten leisten: Das forderte Franziskus diese Woche in einem neuen Interview. Das Gespräch mit einer katholischen Wochenpublikation aus Belgien hatte jedoch den gegenteiligen Effekt. Weltliche Medien berichteten die Aussage verzerrt; und katholische Kommentatoren echauffierten sich über die Wortwahl des Papstes. Am Ende war von der “Botschaft der Brüderlichkeit (…) und Solidarität”, über die Franziskus vor der Krippe auf dem Petersplatz sprach, wenig übrig.

Wie es dazu kam, erklärt beispielhaft, warum und wie es derzeit alles andere als beschaulich zugeht.

Eine koprophile Presse – und koprophage Leser?

Was war geschehen? Nun, der Papst warnte “die Medien” im Interview davor, “nicht – verzeihen Sie mir den Ausdruck bitte – an Koprophilie zu erkranken, die bedeutet, immer Skandale kommunizieren zu wollen, hässliche Dinge mitzuteilen, selbst wenn diese wahr sind.”

Wie so oft lohnt es sich, auch dieses Interview mit dem Pontifex, wenn überhaupt, dann in seiner vollen Länge und sehr sorgfältig zu lesen. Der Vatikan hat es in englischer Sprache auf seiner Website veröffentlicht.

Weltliche Medien, darunter etwa der britische “Guardian”, behaupteten mit Verweis auf dieses Interview nun, der Papst habe sich mit diesen Aussagen gegen “Fake News” gerichtet. Das ist – wie das Zitat zeigt – nicht richtig, und zudem ein unredlicher Versuch, den Papst vor den politischen Karren der “Fake News”-Agenda zu spannen, der gerade medial die Runden macht. Franziskus spricht aber nicht von dieser “Fake News”, sondern von echter, die aber nicht erbaulich ist, sondern skandalisiert.

Ob oder wie diese bemerkenswerte Forderung des Papstes mit der demokratischen Funktion des Journalismus vereinbar ist, wäre eigentlich die relevante Frage – die nun nicht gestellt wurde. Dass ausgerechnet Medien damit sich der Sünde schuldig machen, die anhand des Themas “Fake News” externalisiert werden soll, ist kein Trost. Dass dabei ausgerechnet zum Thema “Fake News” einzelne Journalisten wieder einmal falsch und verfälschend argumentieren statt ordentlich zu berichten, zeigt jedoch, wie dringend die Professionalität der Presse auf den eigenen Prüfstand gehört. Wer sich nicht mit dem gefährlichen Vorwurf der “Lügenpresse” beschimpfen lassen will, sollte gerade bei diesen Themen auf sauberes Handwerk achten.

Doch der Papst diagnostizierte nicht nur die Gefahr einer an “Koprophilie” krankenden Presse. Er sagte weiter: “Und nachdem Menschen eine Tendenz zur Erkrankung an Koprophagie haben, kann dies großen Schaden anrichten”.

Unabhängig von der Absicht ist eine solche eindeutig zweideutige Wortwahl für viele Gläubige befremdlich; nicht wenige werden nicht einmal gewußt haben, was diese skatologischen Begriffe bedeuten. Vielleicht würden es manche auch gerne wieder vergessen, und das nicht nur zur Adventszeit.

Ob man darin gleich einen weiteren direkten Hinweis dafür sehen muss, wie Blank die Nerven im Vatikan liegen, ist zwar fraglich. Immerhin ist “Unser guter Papa Franz” (Radio Vatikan-Redakteurin Gudrun Sailer) dafür bekannt, “bisweilen flapsig” (Erzbischof Georg Gänswein) zu reden. Verwunderlich wäre es allerdings nicht, denn der Druck auf den Papst wächst.

Klärungsbedarf in Sachen Freude der Liebe?

Wer einen genaueren Blick auf die Debatten der vergangenen Tage geworfen hat, weiß: Neben dem – formal sehr höflichen – Bittbrief der vier Kardinäle mit ihren fünf Dubia, der inzwischen einige öffentliche Unterstützer gefunden hat, gibt es eine Reihe weiterer Bitten um Klärung und Klarstellung zu Amoris Laetitia.

So haben, wie nun bekannt wurde, zwei renommierte katholische Philosophen einen 37 Seiten starken, offenen Brief an den Papst geschrieben. Sie bitten Franziskus, mögliche Fehlinterpretationen seines Schreibens auszuräumen. Und bereits vor den Dubia ist ein Schreiben von 45 Theologen veröffentlicht worden, welche die “Freude der Liebe” peinlich genau seziert. Die Anamnese fällt dramatisch aus.

Nun mag man zum Inhalt dieser Schreiben stehen wie man will; man mag auch nur Unbehagen ob deren Veröffentlichung verspüren, oder sie für dringend nötig halten. Fest steht dennoch eines: Trotz Versicherungen päpstlicher Mitarbeiter, wie etwa des Jesuitenpaters Antonio Spadaro gegenüber Austen Ivereigh auf “Crux”, dass doch alles klar sei, ist ein wichtiges Segment der Weltkirche der Meinung, dass dies nicht der Fall ist. Die Verwirrung und widersprüchlichen Interpretationen sind nicht einfach zu ignorieren, so der renommierte Vatikanist John Allen auf der gleichen Website; Allen stellt nüchtern fest: “Ob diese nur eine Minderheit sind, ist egal – sie können nicht einfach ignoriert werden, denn zu ihnen gehören führende Persönlichkeiten der Hierarchie”. Mehr noch: Schon die Tatsache, dass sich Pater Spadaro diesen so stelle, zeige ja, dass Fragen zu Amoris Laetitia offen sind, so Allen.

Worum es geht

Der Klärungsbedarf, dem diesen Kritikern zufolge der Papst bislang aus dem Weg zu gehen versuche, verhandelt weit mehr, als nur die ohnehin schon kontrovers diskutierte Frage, ob und wie geschiedene Wiederverheiratete zur Kommunion zugelassen werden können oder sollten.

Wie der Freiburger Theologie-Professor Helmut Hoping in der “FAZ” schreibt: “Für liberale Bischöfe und Theologen ist die Frage der Kommunion für wiederverheiratet Geschiedene ein Türöffner zur Revision der katholischen Sexualmoral insgesamt”. Gebe man in ihrem Bindungsanspruch erst einmal die traditionelle Lehre auf, die als Ort gelebter Sexualität ausschließlich die gültige Ehe von Mann und Frau vorsehe, so Hoping, dann “könnte die katholische Kirche wie die evangelische auch eheähnlichen Verhältnissen ihren Segen geben, einschließlich gottesdienstlicher Segensfeiern”.

Gleichzeitig ist der Ton, der den Kardinälen und anderen entgegenschlägt, die um eine Klarstellung bitten, enorm eskaliert. Von “Freude der Liebe” kann keine Rede sein, wenn deutsche Theologen, ein römischer Rota-Richter oder ein griechischer Bischof wortmächtige “Drohkulissen aufbauen” (Helmut Hoping), die sich allerdings gegen die Person der Kardinäle richtet, nicht den Inhalt ihres Schreibens.

Die Vehemenz mag den Ernst der Lage unterstreichen; aber gerade weil es letztlich um die Einheit der Lehre und Kirche geht, sollte als Konsens auf allen Seiten gelten: “Don’t judge!”, “(Ver)urteile nicht!”, mahnte EWTN Deutschland-Intendant Martin Rothweiler bei “Katholisch.de”.

Im Licht des Christbaums sagte Papst Franziskus gestern: “Die Krippe und der Baum bilden eine Botschaft der Hoffnung und der Liebe und helfen dabei, eine förderliche Weihnachtsatmosphäre zu schaffen, um mit Glauben das Geheimnis der Geburt des Erlösers zu erleben, der in Einfachheit und Demut auf die Erde gekommen ist.”

Diese klare Einfachheit des Erlösers und dessen Demut, an die uns der Heilige Vater erinnert: Sie ist es, die Jesus nicht nur selber vorgelebt hat, sondern auch von uns einfordert, wenn er im Matthäusevangelium, kurz nach der Bergpredigt, klipp und klar sagt: “Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen” (Mt 5,37).

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(Ursprünglich veröffentlicht auf www.CNAdeutsch.de

Bavarian Bishop Oster slams German Catholic lay organisation: This is no “longer biblical and attempts to instrumentalise Pope Francis”

The – by any objective standard – radical demands of the German Catholic lay organisation “ZdK” (Central Committee of Catholics) to change the definition of marriage and family, bless homosexual couples and “develop new forms of liturgy” I reported about so far have largely gone underreported and uncommented by German language media.

Let that sit for minute: The peak lay organization demands a change of Catholic doctrine. And no one bites.This is perhaps indicative of

  • a disinterest of the general public in the moral positions (let alone the claim to authority) of the Church;
  • an arguable irrelevance of the ZdK (which is not a democratically elected body) to the vast majority of Catholics and  broader society;
  • an impression that the already public and entrenched struggles ahead of the family synod are running their course.

For the record: I don’t necessarily think any of these points are true. But I do think they warrant further investigation.

2015-05-12 09_29_59-Bischof Stefan OsterIn any case, now the young bishop of Passau, Stefan Oster, has heavily criticised the resolution on his Facebook page and waded into the demands that the ZdK has unanimously voted for. He accuses the ZdK of basically forfeiting biblical teaching on humanity and revelation. It does not get much more serious than that. Actually, it does: He also accuses the organisation of attempting to instrumentalise Pope Francis.

I will keep an eye on this story and the wider issues ahead of the family synod over the next few days and weeks.

Why Germany’s peak lay body is demanding blessings for homosexual couples ahead of the family synod in Rome – and others are attempting the opposite in a “Filial Appeal”

Screenshot 2015-05-09 at 11.24.55 PMAlthough it is still a few months away, tensions are rising further ahead of the synod of the family. Today, the peak body of German lay Catholics, the aptly named “Central Committee of German Catholics” (ZDK), called for the blessing of homosexual couples. As part of a resolution about “Building bridges between the magisterium and life (lebenswelt) – Family and Church in the World of today”, the ZDK calls for

  • a change of and further development of Church teaching,
  • including an acceptance of artificial birth control,
  • a re-definition of the words “marriage” and “family” to include non-married and,
  • apparently, homosexual couples (who are to be “blessed”).
  • Furthermore, an admission of remarried divorcees to communion.
  • …and a lot more. Here is the full text of the resolution in the original German version.

The stated purposes of the ZDK include: To represent Catholic interests, be a voice of the lay faithful, and make suggestions for apostolic works. (Source) The “Central Committee” is mostly paid for by the Association of the German Dioceses: In 2010, about 2 million Euros – that’s 84 percent of the total annual budget – came from their coffers, which in turn are tax payer-supported.

Screenshot 2015-05-09 at 11.24.17 PMAt the same time, over 228,000 people have so far signed a petition called “Filial Appeal” to Pope Francis asking him to uphold the Catholic teaching on the family and marriage against the very “further delevopment” that the ZDK calls for. The document fears “widespread confusion arising from the possibility that a breach has been opened within the Church that would accept adultery—by permitting divorced and then civilly remarried Catholics to receive Holy Communion—and would virtually accept even homosexual unions”. The “Filial Appeal”, which is based in Rome, appears to be a collective action by several traditional and conservative movements. The only information I could find by doing some basic research was on their website.

We are in for one hot autumn, and it is only just spring here in the Northern hemisphere.

Luxusprobleme, die wir uns leisten können – aber andere Katholiken auf dieser Welt immer weniger

Ein Skandal beschäftigt die Katholiken in den USA dieser Tage: Ein leitender Mitarbeiter des CRS (Catholic Relief Service – so etwas wie die “Caritas International” der US-Bischofskonferenz), lebt in einer sogenannten “Homo-Ehe”. Klar, dass  viele Katholiken dazu eine Meinung haben, und Diskussionsbedarf herrscht. Aber:

“Haben wir nicht drängendere Probleme?”

Diese Frage stellt zumindest John L. Allen in seiner aktuellen Kolumne. Der erfahrene Journalist und Vatikanist macht darauf aufmerksam, dass für Katholiken in vielen Teilen der Welt solche Themen Luxusprobleme sind. Mit anderen Worten:  Probleme, die sich nur wohlhabende und sicher lebende Kulturen und Kirchen leisten können.

Dagegen berichtet Bischof Anthony Muheria von Kitui in Kenya etwa, dass seine Priester mit der Frage ringen, ob sie ihren Schäfchen eine Zeile aus dem Qu’ran beibringen sollen. Damit die das nächste Mal, wenn ein islamischer Extremist ihnen den Lauf einer Kalaschnikow ins Gesicht hält, als Muslime durchgehen können. Am 2. April haben Mitglieder der radikal-islamischen “Al Shabab” mit der Frage nach dieser Zeile die christlichen Studenten von den muslimischen aussortiert. Die Christen wurden hingerichtet, die Muslime wurden freigelassen. 150 Menschen starben. “Wir werden bedroht, als Christen, und unsere Institutionen verteidigen uns nicht”, erklärte Bischof Muheria am vergangenen Montag (20. April 2015) bei einem Aufenthalt in Rom.

Kenya ist kein Einzelfall. John Allen berichtet von weiteren Fällen, etwa aus dem Nahen Osten. Oder denken wir an Pakistan, wo ein 12-jähriger Bub von zwei muslimischen Männern angesprochen wurde, welcher Religion er sei. Auf seine Antwort, er sei Christ, beschimpften ihn die Männer, übergossen ihn mit Kerosin und zündeten ihn an. Der Junge starb Tage später im Krankenhaus.

(CC Image by Josh S via Wikimedia)
(CC Image by Josh S via Wikimedia)

In Deutschland dagegen haben wir – Gott sei Dank – auch vergleichsweise “Luxusprobleme” in der Kirche. Themen wie “Fairer Handel”, “Umweltmanagement” und der Umgang mit Katholiken, die sich staatlich scheiden lassen und dann wieder heiraten, aber zur Kommunion wollen: Das beschäftigt uns, beschäftigt die innerkirchlichen wie weltlichen Medien. Damit sind die Gremien und Referenten befasst. Klar: Wir haben auch Experten, die sich mit dem Islam und dem Islamismus befassen, den verfolgten Christen, die zu uns kommen – wie zum Teil auch ihre Verfolger – und für die Menschen einsetzen.

Aber.

Die Frage ist eine Frage der Prioritäten. Wie setzen wir unsere?  Natürlich kann man das eine tun und das andere nicht lassen, aber nur bis zu einem bestimmten Grad. Wenn wir in einer solchen Situation steckten wie unsere Geschwister in Pakistan, Teilen Indiens, in Malaysien, Syrien, Libyen, Sudan oder Somalia, dann wären sie klar. Wie sagte der nun heilige Papst Johannes Paul II. schon 1976: “Wer ist der nächste?” Das sollte Leitfaden unseres Handelns sein, auch und gerade mit Blick auf die Werke der Barmherzigkeit, die wir als Katholiken aufgerufen sind, zu tun.

Pope Benedict XVI: A personal tribute to the man who resigned two years ago today

The MV Sydney 2000 - you can see the protruding front deck on which I stood (and a little later, Pope Benedict XVI) quite clearly. (CC Image via Wikimdia)
The MV Sydney 2000 – you can see the second, more narrow protruding front deck with yellow flooring on which I stood (and a little later, Pope Benedict XVI) quite clearly. (CC Image via Wikimedia)

My first encounter with Pope Benedict XVI. was marked by his absence. I stood, gently rocked by the waves of the Pacific, where he would stand in a few days’ time: on the front deck of the boat that would take him into Sydney Harbour. A number of journalists had been invited ahead of the World Youth Day 2008 in Sydney to take in the location of the events on the water; and to see “what the Holy Father would see”, as one of the organizers from the Archdiocese had put it, as we cruised out under the Harbour Bridge. I balked at the expression. This guy, the pope, was neither holy nor my father, in my view. A proud atheist and criticially-minded journalist and senior manager for SBS, like most of my colleagues I was irritated that my employer, a multilingual and multicultural public broadcaster, would even be the official network covering this religious event. And what is more, not something agreeably religious, like a nice Buddhist festival, but from that most outdated, autocratic, sexist institution of them all: the Catholic Church.

Had anyone told me, as I stood there on board the MV Sydney 2000, that in a few year’s time I would be a practicing Catholic, I would have laughed out. Loudly. Had anyone told me that I would even leave my excellent, rewarding career at SBS to work as a Catholic journalist on the other side of the planet, and along the way be the editor-in-chief of the Catholic newspaper that Pope Benedict has continually read since his tenth birthday (he is a loyal subscriber, to this day), I would have thought the person suggesting this was high on hallucinogens. Had anyone told me that in that role I would be in the arcades above Saint Peter’s Square a good decade later, covering the resignation of this “Holy Father” as a Bavarian brass band rang out across the tens of thousands gathered there, I would have checked myself into a hospital for a check-up.

And yet, this is exactly what happened.

So today is a rather special day for me too, and I would like to honour the anniversary of Benedict’s resignation by offering some points towards a personal account of what his role has meant to me, and how I see his impact not just on my personal life and many people around me, but the history of Christianity, the West, and indeed, humanity, with the humble means available to me: a personal post on this blog.

Pope Benedict XVI. (Source: CC Image, Wikimedia)
Pope Benedict XVI. (Source: CC Image, Wikimedia)

Let me just come out and tackle what several people will wonder about. Yes, I could have published something like this account in German in the newspaper I am responsible for. Or in an essay in another publication. Especially since I know that Pope Benedict reads the Münchner Kirchenzeitung (or even if he did not that week, he would be told of it quickly). The same can probably not be said for an English-language post on my personal blog which has only a few readers, and many of them come here for the stuff about swimming. Well, there are several reasons why I have decided to go down this route. Firstly, I am aware that my personal take on things may not be relevant reading to many of the people who receive the Münchner Kirchenzeitung every week. Many of them have a long relationship with Joseph Ratzinger, who after all is a son of the Archdiocese of Munich and Freising, and even its former Archbishop. Several have a strong personal ties to him and his family, too. Secondly, the personal nature (and with that: obvious bathos) of my claims is not suited to the writing done in the professional and neutral framework I try to provide in the MK. Thirdly, it would needlessly complicate my already challenging task of working with many vociferous stakeholders and assertive interest groups to ensure that paper is a high-quality platform for real discussion and participation. Several of these voices do not have one good word to say about Benedict, and I would need to open an actual debate on this, which at this point in time is neither a useful nor a responsible thing to do. So call it self-censorship if you want, I stand by this decision. (The paper will of course mark the anniversary).

Since I am butally short on time, I will make these personal observations in the form of an eclectic list in no particular order that centres around three thoughts:

  1. Pope Benedict XVI. is arguably the most important intellectual of the Twentieth Century, and his prescient work on the Church and society in particular not only predicted exactly what would emerge, but also how to deal with the challenges our civilization finds itself in at this hour. We need to read Ratzinger! We need to re-read his Regensburg Address on Islam, for starters, as rabid Islamists are torturing and beheading Christians not far from the cradle of civilization and countries like Turkey appears to be spiralling into an Islamic abyss whilst educating, exporting and funding preachers to Europe.
  2. As a pope, Benedict XVI. was a maligned, persecuted and slandered figure even before he took on the role. What is worse, he was hounded, betrayed and attacked both from outside and within the Church. By resigning in humility to pray, he won his final victory over the Pharisees and the many other enemies of our Church in this age and remains a powerful sign of contradiction that continues to shine and will do so in future – and not just in his actions, but his writing in particular. Contrast what Benedict says and writes to the treatment he received at the hands of his enemies, and you will see what I mean.
  3. The fruits of Benedict’s legacy is yet invisible. The effect of his work as thinker and as pope are yet to fully blossom – and they will do so when much of what is currently foremost on our minds is forgotten. This is particularly true for how the Catholic Church will “subsist” in the current and coming age, but also seemingly minor things like the future of the Society of Saint Pius X and how their role in the history of salvation pertains to the hermeneutic of continuity that is the path of the universal Church through all the ages.

Feel free to add to them or disagree with me in the comments. There are more points I would like to touch on and contextualize, but do not have the time to. Let me just scribble them down here:

  • A particularly odious and stupid expression of persecution, in no small part Germanophobic, was the smearing of the pope as a “Nazi”. How Hollywood celebrities and even liberal journalists got away with this begs further investigation and is a devastating indictment of the levels of so-called “tolerance” claimed by some particularly self-righteous individuals in positions of power.
  • Another sign of contradiction: His use of beautiful, historical clothes spoke a language our time (the Zeitgeist) was unwilling to hear, and keen to deride and scoff at. Remember the red shoes? But those with ears to listen actually heard the language these vestments, symbols, elements speak. My favourite example is the story of the young Muslim woman who was invited to do the live commentary of the World Youth Day events on SBS Radio – together with a lapsed but eloquent priest and an atheist, no less. SBS did this to ensure an “impartial” if not critical coverage and not seem too “Catholic”. The move backfired: When the priest described the names and purposes of the liturgical elements of dress, since the Muslim commentator was asking, the compelling beauty and inner logic of the narratives these clothes, items and various other elements add to the words and gestures all but converted the questioner, it seemed – and certainly made for compelling Catholic radio in a way no practicing son or daughter of the Church in good standing could have delivered. There are several important lessons in that anecdote, even if it were apocryphal, which for all I know and remember, it is not.

Anyway, I need to cut this short for the time being.

Once again, this is my personal view at the time of writing. What do you remember of him or take away from his papacy, his writings? Feel free to contribute, to disagree (or agree!) with me in the comments. And if you are the praying or at least the thoughtful type (and we all should be in my view), please consider this maligned and IMHO brilliant, humble man in your thoughts today.

“Stellvertreterkrieg im Vatikan”

Ein eigenes Gebet hat unser Papst für die Bischofssynode verfaßt, die vom 5. bis zum 19. Oktober in Rom stattfindet, und deren Thema “die pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung” sind. Oder zumindest sein sollten. Statt dessen geht es seit Monaten vor deren Beginn um Einzelfragen und Teilaspekte; vor allem um die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion. Und der Streit spitzt sich zu.

Warum? Der australische Kardinal und Papst-Vertraute George Pell bringt es in einem jetzt veröffentlichten Text knallhart auf den Punkt: “Gesunde Gemeinschaften verbrennen den Großteil ihrer Energien nicht auf nebensächliche Themen”, schreibt er mit Blick auf die Auseinandersetzung. Inzwischen habe sich an dieser Frage ein Kampf entzündet, der viel mehr verhandle als nur diese Minderheiten-Problematik.

Auch wenn man die Haltung Pells zur Zulassungsfrage nicht teilt – mit einem hat der australische Kardinal recht: Einen Stellvertreterkrieg anhand dieses Themas zu führen ist weder hilfreich noch angebracht. Vielmehr macht ein solcher deutlich, wie wichtig und dringend nötig eine Synode über die Familie ist. Denn sie ist nicht nur das unverzichtbare “Fundament der Gesellschaft” (Gaudium et Spes, 52), sondern sollte als “Hauskirche” auch eine “Schule und Vorbild” für unseren Umgang miteinander sein (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 2027). Wenn es nur so wäre.

(Ursprünglich veröffentlicht als “Standpunkt” auf www.katholisch.de)

“Clearly, confidently, joyfully”: 7 rules for journalists

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“Here is a man who pulls no punches”, the person next to me said. We sat in the auditorium of the Pontifical University of the Holy Cross, together with dozens of other participants. As we watched the big American walk up to the microphone flashing his trademark smile I must admit, I was sceptical: was Cardinal Timothy Dolan really going to call the proverbial spade a spade whilst wading into the complexities of Catholic journalism, whatever that is?
Three sentences into the Archbishop of New York’s presentation, however, I was impressed. This man is not just a straight shooter. He is highly intelligent and funny, passionate with the love of Jesus Christ. Over the next three days of the seminar  “Church Communications: Creative Strategies for Promoting Cultural Change“, speakers from around the world kept coming back to his points in their presentations – myself included (more on my own talk in a separate post this week).
So what did the Archbishop say? I jotted down the following observations the Cardinal offered – these are more or less verbatim what his Eminence had to say:
  1. We need a real sense of professionalism – how we say something is just as important as what we say. Communication continues the incarnation: The word made flesh. Others are more intentional and professional than we are.
  2. We are never afraid to tell the truth. Even if we are dealing with bad news. Utter honesty and transparency is expected. people want to hear it first from us. Not from the media. Be proactive in the truth.jpii always said  be not afraid . We should be neither. Church is never afraid of the truth. Also applies to good news…journos always ask me about the olds rather than the news – examples of interviews with TV journalists
  3. Every communication outlet has a bias, a slant. We should have our own bias. It must be pro Church. Pointlessly criticising the magisterium and the bishops has no place in Catholic media. This does not mean thinly veiled clericalism! Bishops need and deserve criticism, but it must be fair and civil, not knee-jerk reactions. Share the joy and beauty of being a Catholic. Most Catholics that get their news from the Catholic media look for both information and formation from it.
  4. We should not stereotype the media either. Always respond cleanly and in a civil manner. Those seeking to harm the church are a minority. Most are looking for access and information. If we hide they turn to others, often those that do want to criticse the church. I recently learned a Jewish concept which in Hewbrew is called “Anivut”. This is the term for a soft answer to a harsh challenge. It denotes humility, forbearance and quiet calm. Jesus our model sure did have it. Pope Francis is an example of it. Let us act accordingly.
  5. We must bear in mind the need to always be catechetical. Dogma matters! We can not underestimate peoples lack of knowledge of our faith.  Even the most simple and elemental points are misunderstood by average Catholics. We must clearly, confidently, joyfully, succinctly, simply, explain our faith. Catechesis nowadays happens in the media. We need to look for teachable moments: Ash Wednesday, Easter Sunday, Christmas. Canonisations or a conclave. These are opportunities to explain our teaching. The day for just having “bald fat old bishops” to communicate the message is long gone – take Helen Alvaré  on the pro life message for instance. Or “Catholic Voices” on pope Benedict’s visit to the UK. When speaking to people about contentious issues, invite people beforehand, ask them to make suggestions, and always make sure you really do listen!
  6. Always put Jesus first. People hunger for meaning in their lives. Truth has a name and it is Jesus. “I have vowed never to give an interview without at least trying to mention the holy name of Jesus”. Never can you pass up an opportunity to evangelise or catechise.
  7. Know your audience. Know the powerful effect of media, in particular the new (social) media.
Whilst I wholeheartedly agree with most of what Cardinal Dolan had to say, I found his third and sixth point to be the most contentious and valuable, in particular also for German speaking Catholic journalists and communicators. There is a tendency amongst many of my German speaking colleagues – in particular those in employ of the Church – to conflate unfair criticism with a kind of “healthy suspiciousness”. Some colleagues even think they need to emulate those dominant elements of the public sphere that critique the Church and her bishops unfairly, cast aspersions of doubt about central tenets of our Faith and suffer from a profound lack of knowledge thereof at the same time.
Anyway; this is a complex and multi-faceted problem that I can not fully explore here. Suffice it say that I think the Cardinal may be hitting even more nails on the head than he may be aware of!
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Images taken by students of the university, (C) 2014 Pontificia Università della Santa Croce. A full gallery of pictures – including several of yours truly – taken during the conference can be found here.
Disclosure: I was one of the invited speakers at the conference. The university paid for my travel and accommodation.

Wimmers Woche: Obama, Franziskus und andere Götzen der Gegenwart

Über “Fantasy Francis”, falsche Idole und die beste Prophylaxe geht es diesmal in der Wochenkolumne.

Kennen Sie den Watschenbaum von Washington? Robert Gates? Er war nicht nur Barack Obamas Verteidigungsminister, bekannt für seine ruhige und ausgeglichene Art. Er war eine der wichtigsten Säulen der “Administration”, wie die Regierung in den USA genannt wird. Obama nannte Gates sogar “einen der besten” Verteidigungminister, den die USA je gehabt habe. Nun hat dieser hochgeschätzte Politiker in einem sehr kritischen Buch öffentlich mit Barack Obama und seiner Regierung abgerechnet. Von wegen Säule! Eben ein echter Watschenbaum, der da in Washington umgefallen ist.

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