Das Kreuz von Nagasaki

Als die Atombombe auf Nagasaki fiel, feierten Katholiken in der Urakami-Kathedrale der Stadt gerade die heilige Messe. Der Sprengsatz explodierte etwa 500 Meter von ihnen entfernt. Die Beter wurden sofort getötet – so wie mindestens 40.000 weitere Menschen – und die Kathedrale Unserer Lieben Frau von der Unbefleckten Empfängnis völlig zerstört. Nur wenige Sakramentalien und andere Gegenstände überlebten.

Eines davon, ein hölzernes Kreuz, soll nun als Zeichen der Versöhnung und des guten Willens für den Frieden zurückgegeben werden: Ein College im US-Bundesstaat Ohio hat angekündigt, das Kreuz der Kathedrale Unserer Lieben Frau zurückzugeben.

Das teilte Dr. Tanya Maus mit, Leiterin des Peace Resource Center vom Wilmington College, einer Hochschule der Freien Künste, die den Quäkern nahesteht.

“Nur sehr wenige Artefakte aus der Kathedrale wurden erhalten, und deshalb ist es wichtig, dieses Kreuz zurückzugeben, das so tief mit dessen Identität verknüpft ist”, sagte Maus laut einem Bericht der Catholic News Agency, der deutschsprachigen Schwesteragentur von CNA Deutsch, am 7. August 2019.

Dr. Mau wörtlich: “Das ist etwas, was wir einfach tun müssen. Das sind Beziehungen, die helfen, eine friedlichere Welt aufzubauen.”

Das Kreuz habe Walter Hooke, ein katholischer US-Marineinfanterist, aus den Ruinen der Urakami-Kathedrale geborgen und seiner Mutter in die USA geschickt, so Maus.

1982 übergab Hooke das Kreuz dem Peace Resource Center, in dem Referenzmaterial und Unterlagen zu den Atombombenangriffen auf Hiroshima und Nagasaki aufbewahrt werden. Als Maus erfuhr, dass eine Gruppe aus Nagasaki das Kreuz suche, entschied sie sich dazu, es zurückzugeben.

Das Holzkreuz wird in der heutigen Kathedrale des Erzbistums Nagasaki aufgehängt werden: Der 1959 errichtete Mariendom steht direkt neben der als Mahnmal verbliebenen Ruine.

“Es waren Katholiken in der Kathedrale beim Gottesdienst, als die Bombe fiel”, sagte Professorin Maryann Cusimano Love von der Catholic University of America sagte gegenüber CNA im Jahr 2015.

Heute steht auf dem Gelände der zerstörten Kathedrale von Nagasaki der 1959 fertiggestellte neue Dom.

Nagasaki ist seit der Ankunft des heiligen Franz Xaver im 16. Jahrhundert ein Zentrum des Katholizismus in Japan. Der Glaube wurde In ganz Japan jahrhundertelang unterdrückt, Christen brutal verfolgt und umgebracht. Dennoch überlebte der Katholizismus. Als 1895 wieder Religionsfreiheit gewährt wurde, begannen die mehrheitlich katholisch gebliebenen Einwohner von Urakami mit dem Dombau.

Diese Urakami-Kathedrale sollte nur 20 Jahre nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1925 von den amerikanischen Bombenangriffen vernichtet werden: Beim ersten – und bislang einzigen – kriegerischen Einsatz von Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 starben rund 100.000 Menschen sofort, die meisten davon Zivilisten. An den Folgeschäden starben mindestens 130.000 weitere Personen.

Chesterton’s Cause for Canonization

Dale Ahlquist, President, Society of Gilbert Keith Chesterton, reponds to the bishop of Northampton’s objections to the cause for canonization of GK Chesterton

Although it is clear Bishop Doyle will not be opening the Cause of Canonization for G.K. Chesterton, this does not mean the cause is dead. We are confident that, in time, it will open, under a different ordinary and perhaps in a different diocese, which is a possibility under canon law.

Ahlquist responds to the objections, saying

  1. there is a local cult – also a universal cult;
  2. his spirituality is expressed in his writing and life and he remains a mode; of lay spirituality;
  3. and no, he was not anti-Semitic.

It is fitting that Chesterton, who made a living as a controversialist, should continue to find himself controversial. But if anything, that is proof of his abiding presence. It is also evidence that he belongs in that controversial group, the Communion of the Saints.

While I disagree with that take, I do think the Church urgently needs a patron saint of the paradoxical.

Snippet

Mutter Caroline-Marie von der Trinität, Oberin der Anbetungsschwestern des Königlichen Herzens Jesu schreibt:

“Vielleicht hängt die Glaubenslosigkeit oder glaubensmäßige Verwirrung vieler Menschen in der heutigen Zeit auch damit zusammen, dass seit vielen Jahren, ja Jahrhunderten, das Gottesbild immer mehr verkleinert, gleichsam immer mehr humanisiert wurde. Sobald aber der Allmächtige, der Schöpfer des Himmels und der Erde nur noch in menschlichen Kategorien gedacht wird, d.h. der Glaube an seine Existenz z.B. davon abhängig gemacht wird, inwieweit er uns hilft, unser Leben nach unseren eigenen Vorstellungen leben zu können, kann das ganze Gebäude der Religion nicht mehr auf festen Füßen stehen und der überlieferte Glaube der Kirche verliert seine Logik.”

Welcome to the rebooted Wimmerblog

Rebooting this blog today. Must be my fourth blog. The others, not all written in my name, are history.

The blog is updated every day or so. In my other roles, I cover a lot of news and current affairs – and then I do other forms writing. This is one more, mainly for observations and opinions, snippets, marginalia and other things that have nowhere else to go.

There is also a hygienic aspect.

Like many (or maybe only few) journalists, I struggle with a déformation professionelle that stops me from writing down the most interesting things. It is a perplexity which comes from there being too many interesting things to write about, to paraphrase a passage from “Tremendous Trifles”. Journalism necessarily pretends that “ordinary and unmeaning existence” is irrelevant, when Chesterton rightly asserts it is “like ten thousand thrilling detective stories mixed up with a spoon”.

“Klöster sind stille, zum Himmel zeigende Finger”

Ein Interview mit Père Cyrille der Benediktinerabtei Barroux – einem 1981 gegründeten Kloster mit über 50 Mönchen – über die Geschichte und das Leben der Abtei in der Provence. Übersetzt von Angelika de Poncharra.

Wie erklären Sie den Bau zwei neuer Klöster in Frankreich um das Jahr 1980?

Lassen Sie mich die Anfänge kurz erzählen, danach wird die Erklärung einfacher sein.

Im August 1970 kommt ein Benediktinermönch auf einem Moped, mit seinem Bündel auf dem Gepäckträger, zu einer kleinen, der hl. Maria Magdalena geweihten Kapelle bei der Ortschaft Bédoin im Nordosten von Avignon. Was führt ihn hierher? In dieser Zeit des Wandels und der Neuerungen möchte er einfach sein Klosterleben weiterführen und mit dem Segen seines Abtes das “Experiment der Tradition” machen: Gebet, Schweigen, Arbeit, Stundengebet in Latein, traditionelle Liturgie. Was wird morgen sein? “Das ist die Sache des lieben Gottes”, antwortet Pater Gérard Calvet.

Drei Tage später klopft ein erster Postulant an die Pforte von “La Madeleine”:

– “Ich möchte Mönch werden.”

– “Hier? Völlig unmöglich! Ich habe nichts, um Sie aufzunehmen.”

Doch der junge Mann kommt nach drei Monaten wieder.

Im November entsteht eine Klostergemeinschaft. Siebenmal am Tag und einmal in der Nacht erklingt nun das Lob Gottes — und wird nicht wieder verstummen.

1971: Das monastische Leben nimmt Gestalt an. Das kleine, halb verfallene Priorat wird restauriert. Gott schenkt Berufungen. Bald sind es elf Mönche.

Januar 1977: Die Gemeinschaft wächst weiter. Die Mönche schlafen in Wohn- und Bauwagen. Das Priorat “La Madeleine” wird zu klein, man muss bauen.

Im September 1978 wird auf dem Gebiet der Gemeinde Le Barroux, zwischen dem Mont Ventoux und den Felsenspitzen von Montmirail, ein 30 ha großes Grundstück erworben. Die Landschaft ist wild und schön zugleich. Aber Bauen ist teuer! Dom Gérard reist also durch Frankreich und die deutschsprachigen Länder, um Geldspenden zu sammeln. Eine ganze Welle von Freigebigkeit entsteht. Tausende von oft sehr bescheidenen Spenden, wie das biblische Opfer der Witwe, ermöglichen es den Mönchen, ihr kühnes Projekt zu einem guten Ende zu führen.

Dezember 1981: Abschied von Bédoin! Zwei Tage vor Weihnachten finden sich in der Tat alle mit Sack und Pack im Gästetrakt des neuen Klosters in Le Barroux ein. Die Lage ist allerdings noch etwas prekär: keine Heizung, kein elektrischer Strom, die Novizen kampieren im Schlafsaal.

Im Juni 1989 wird das Kloster Sainte Madeleine zur Abtei erhoben und Anfang Juli wird der Gründer, Dom Gérard Calvet, zum Abt geweiht.

Wie Sie sehen, entsprang der Bau eines Klosters auf dem Hügel von Le Barroux dem Sehnen nach einem kontemplativen Leben, das ein paar junge Männer nach dem Vorbild eines erfahrenen Mönches beseelte.

Bei den Schwestern fing es ähnlich an. Hier in ein paar Zeilen die Geschichte der Entstehung des Frauenklosters:

1979: Vier junge Frauen haben sich um die Benediktinerin Mutter Elisabeth de la Londe geschart. In der Nachfolge der Mönche, die sich im südfranzösischen Departement Vaucluse niedergelassen haben, möchten auch sie “das Experiment der Tradition” machen.

1983: Nach mehreren Jahren an zwei anderen Orten können die Nonnen in Le Barroux ein Grundstück erwerben. 1987 wird es möglich, unter sehr einfachen Bedingungen an Ort und Stelle unterzukommen.

1989: Die knapp 30 Ordensschwestern zählende Gemeinschaft bekommt vom Heiligen Stuhl das provisorische Statut eines Priorats.

1992: Das Kloster wird zur Abtei erhoben, und Mutter Elisabeth empfängt die Weihe zur Äbtissin.

1998: Der Kreuzgang ist vollendet. Der Bau der Abteikirche und der Pforte (mit dem Klosterladen) wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen.

Zwei Kilometer Luftlinie von der Abtei Sainte-Madeleine entfernt befindet sich auf der anderen Talseite die Abtei Unserer Lieben Frau von der Verkündigung.

Die Nonnen befolgen wie die Mönche die Regel des hl. Benedikt und führen ein sehr ähnliches Klosterleben: Gebet, Studium und körperliche Arbeit füllen die Tage aus. Da die Schwestern weniger konkrete apostolische Aufgaben haben, können sie sich dem rein kontemplativen Leben widmen, das Mutter Marie Cronier, die Gründerin von Dourgne, ihren Benediktinerinnen als Programm gab: “Jesus will eine Gemeinschaft großmütiger Seelen, die inbrünstig beten und an die ersten heiligen Jungfrauen in der Kirche erinnern. Christus möchte eine geistige Arche, in der Er auf Erden geliebt und wo Ihm gedient wird wie von den Engeln und wo Seelen — trotz wachsender Sündhaftigkeit der Welt — aus Ihm leben und Ihm mit der gebührenden Treue dienen.”

Worin besteht der Unterschied zwischen den Klöstern von Le Barroux und anderen Klostergemeinschaften?

Wir pflegen die traditionelle Form der Liturgie und der Klosterbräuche, doch andere Klöster machen dasselbe.

Die Lage unserer Gebäude zwischen den Felsspitzen von Montmirail und dem Berg Ventoux im außergewöhnlich klaren Licht der Provence ist etwas Besonderes. Unser Männerkloster im romanischen Stil der Zisterzienser ist schön, doch sind das auch viele andere Klöster.

Darüberhinaus weist unsere Geschichte ein paar Besonderheiten auf. Die monastische Tradition von Le Barroux baut auf die Erneuerung des Klosterlebens durch Pater Muard im Kloster La Pierre-qui-Vire im Jahre 1850 und auf Dom Romain Banquet in En-Calcat auf, zu dessen Klosterfamilie Dom Gérard Calvet, unser Gründer und erster Abt, gehörte. In diesem “Klosterabenteuer” bewahren wir einen kontemplativen monastischen Charakter, doch verbunden mit ein wenig Apostolat außerhalb der Klostermauern und einem jungen und unternehmungsvollen Geist.

Warum haben Sie so viele Berufungen, während die Existenz anderer Klöster und Ordensgemeinschaften gefährdet ist?

Sicher nicht, weil wir besser sind als andere. Die Tatsache, dass unsere Gemeinschaft ein Durchschnittsalter von 48 Jahren aufweist und traditionelle Werte pflegt, spielt sicher eine Rolle. “Die Tradition ist die Jugend der Kirche!” Das sagte Dom Gérard gerne. Aber über diese offensichtlichen Ursachen hinaus müssen wir vorab dem Geheimnis des Heiligen Geistes – “der bläst, wo er will” –genügend Raum lassen. Noch heute bläst und ruft dieser göttliche Geist.

Unser Gründer, Dom Gérard, fasste unser Hauptziel perfekt in wenigen Sätzen zusammen: “Wenn wir die Geschichte von Tausenden von Klöstern entdecken, die einst wie ein “weißer Mantel” die christliche Welt bedeckten, muss man sich fragen, was Millionen von jungen Männern, von denen viele begabt und vielversprechend waren, veranlasste, die Welt zu verlassen und sich in das arme und verborgene Leben eines Mönches zurückzuziehen. Der hl. Benedikt gibt dafür in seiner Regel als Grund an: der Wunsch, nichts zu sein, damit Gott alles sein kann; der Überdruss über alles Endliche; die Sehnsucht, Gott von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Die Benediktinerregel verlangt in der Tat von einem jungen Mann, der Mönch werden will, eines, nämlich, dass “er wirklich Gott sucht.” (Kapitel 58). Klöster sind stille, zum Himmel zeigende Finger, eine beharrliche und herausfordernde Mahnung an die Existenz einer anderen Welt voller Wahrheit und Schönheit, welche diese Welt ankündigt und erahnen lässt.

Wie verläuft der Tag eines Mönches, sei er nun Bruder oder Pater?

Alles hat seine Bedeutung im Tagesablauf eines Klosters, und der hl. Benedikt ist ein Meister des richtigen Maßes. Er dosiert die körperliche Arbeit, das Studium oder die Lektüre, das Gebet und die Ruhezeiten, alles ausgeglichen und mit Blick auf den Himmel. Hier die Beschreibung eines Klostertags, Stunde für Stunde:

3.20 Uhr: Die Glocke im großen Kreuzgang erklingt und ruft zum nächtlichen Gebet.

3.30 Uhr: Beginn der Matutin, auch Vigilien genannt. Diese Gebetszeit dauert, je nach dem Tag, zwischen 60 und 90 Minuten.

4.30 Uhr: Lectio divina. Nach der Matutin gehen die Mönche in ihre Zelle zurück und lesen jeder für sich, still kniend, einen Abschnitt aus der Hl. Schrift. Es folgt eine geistliche Lesung oder ein Studium der Lehre, Theologie oder Spiritualität.

6.00 Uhr: Gebet der Laudes, des morgendlichen Gotteslobes. Zur Zeit der Morgendämmerung preisen die Mönche den Herrn im Einklang mit der erwachenden Schöpfung.

06.30 Uhr: Die Priestermönche lesen einzeln still die hl. Messe, bei der die Brüder ministrieren. Die Novizen verbringen eine halbe Stunde in stillem Gebet.

7.30 Uhr: Frühstück, stehend eingenommen, um keine Zeit zu verlieren.

7.45 Uhr: Prim (nach römischer Zählung die erste Stunde des Tages) bei Tagesanbruch, anschließend Versammlung im Kapitelsaal mit Lesung und Auslegung eines Abschnittes (“Kapitels”) der Regel.

8.30 Uhr: Studium in der Zelle, Unterricht für die Novizen und Studierenden.

9.30 Uhr: Terz (die dritte Stunde). Mit dieser Gebetszeit verbindet sich die Erinnerung an die Herabkunft des Hl. Geistes auf die Apostel am Pfingsttag. Es folgt das Konventamt. Die Brüder nehmen in der Regel nicht daran teil (Sonn- und Feiertage ausgenommen), sondern arbeiten in dieser Zeit.

10.45 Uhr: Körperliche Arbeit für die Priester, Unterricht für die Novizen.

12.00 Uhr: Sext (die sechste Stunde). Zur Zeit, da die Sonne im Zenit steht, halten die Mönche inne. In einem kurzen Moment der Besinnung schauen sie zurück auf den Vormittag und auf mögliche Verfehlungen, dann beten sie den Engel des Herrn.

12.30 Uhr: Mittagessen.

14.00 Uhr: Non (die neunte Stunde). Die Sonne beginnt zu sinken, und diese Gebetszeit mahnt an die Vergänglichkeit alles Irdischen.

14.15 Uhr: Körperliche Arbeit bis 17.00 Uhr.

17.30 Uhr: Vesper. Zur Zeit, da der Abendstern aufgeht und das Ende des Tages anzeigt, erklingt erneut das Lob Gottes. Es ist die Zeit des Abendopfers und an großen Festen des Weihrauchritus. Im Anschluss an die Vesper verweilen die Mönche in stillem Gebet.

18.30 Uhr: Abendessen.

19.25 Uhr: Abendliches Kapitel; die Klosterfamilie kommt zusammen und lauscht abschließend einer Lesung.

19.45 Uhr: Komplet. Diese letzte Gebetszeit des Tages wird in der Abteikirche auswendig gesungen, im Winterhalbjahr bereits im Dunkeln. Dieses Gebet, geprägt von stiller Freude und tiefem Vertrauen, endet zu Füßen der Jungfrau Maria mit dem Gesang des Salve Regina. Mit dem Ende der Komplet beginnt das große Schweigen.

20.30 Uhr: Bettruhe.

Das ist in der Tat nicht leicht – sondern eher das, was traditionell als ein “geistlicher Kampf” beschrieben worden ist.

Die äußeren Kämpfe sind die Treue zu den streng vorgeschriebenen Gebetszeiten, zum nächtlichen Aufstehen, zur körperlichen Arbeit, zum Opfersinn beim geduldigen Ertragen der Fehler der Mitbrüder.

Die inneren Kämpfe sind bei jedem Einzelnen verschieden. Das ist das Geheimnis der Seelen. Aber im Wesentlichen haben sie sich seit den ersten Mönchen nicht verändert. Sie setzen dieselben Feinde voraus: uns selbst mit unseren Schwächen und Niederträchtigkeiten, die Verdorbenheit der Welt und dieses Prinzip des Bösen, das wir den Teufel nennen. Der hl. Johannes Cassianus beschrieb diese Kämpfe um das Jahr 420 in dem grundlegenden Werk “Über die Grundsätze der [in einer Gemeinschaft lebenden] Mönche”. Seine Ausführungen über die acht Hauptlaster, die der Mönch bekämpfen muss, um ein völlig reines Herz zu bekommen, ist noch 16 Jahrhunderte später uneingeschränkt gültig.

Dazu kommt noch der Kampf um die Treue in der Trockenheit des Gebets. Man findet so leicht Ausreden, um nicht zu beten. Der liebe Gott ist ja so diskret! Doch belohnt er überreichlich den, der sich ohne Hintergedanken Ihm schenkt. Und welch große Hilfe finden wir in den Sakramenten (besonders in der hl. Eucharistie), in der gegenseitigen Unterstützung der Mitbrüder im gemeinsamen Klosterleben, in der Stille und im ganzen Rahmen unseres “guten Klosterlebens”, wie es Dom Gérard nannte!

Heute erleben wir auch wieder einen Kampf der Kulturen. Wie sieht die Realität des Katholizismus im säkularisierten Frankreich und in Europa aus?

Wie Sie mit Recht feststellen, ist die Säkularisierung das Hauptproblem. Mit anderen Worten: Die Gesellschaft und die Personen haben überall Schilder aufgestellt: “Betreten für Gott verboten!” Ihm steht kein Platz mehr zu, weder im politischen Leben noch im Familienleben und nicht einmal in dem Bereich, der von jeher der heiligste Bereich war, nämlich die Begleitung der Verstorbenen. Sogar der Zugang zu unseren Krematorien ist fortan Gott verboten.

Nun aber kann man im Gesellschaftsleben nicht ohne Gott auskommen, wie es Dostojewskij in den “Brüdern Karamasow” zu Recht feststellte (“Wenn es Gott nicht gibt, ist alles erlaubt!”)

Wir müssen uns also fragen: Wie können wir unseren Zeitgenossen helfen, den Sinn des Geheimnisses Gottes wiederzufinden? Sicher nicht durch Worte. Worte haben in unserer Welt des stetigen Geschwätzes keine Tragweite mehr. Die Welt braucht starke Zeichen. Die Klöster gehören dazu. Gegenüber der brutalen Welt des gegenwärtigen Atheismus ist die Existenz von Orten, die ganz dem Lob und dem ausschließlichen Dienst Gottes geweiht sind, vielleicht das einzig wirksame Mittel, um unseren Zeitgenossen den Sinn für Gott wiederfinden zu helfen.

Wer weiß, was morgen sein wird? “Die Zukunft gehört Gott!”, antwortet der Dichter Victor Hugo. Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem winzigen Samenkorn, das langsam wächst. Doch kann es zu einem Baum heranwachsen, in dessen Zweigen sich die Vögel des Himmels niederlassen können. Die Wahrheit ist eine kleine, zähe Pflanze, die eines Tages die Decke des atheistischen Asphalts heben wird.

Wie strahlt Ihre Abtei über Südfrankreich, ja ganz Frankreich, aus?

Viele Leute kommen und suchen hier, was sie andernorts nur sehr schwer finden: einen Ort des Gebets und der Stille. Das Beispiel einer einträchtigen Gemeinschaft. Darin besteht hauptsächlich unsere Rolle.

Vielleicht kennen Sie den großartigen Brief des verstorbenen belgischen Königs, Baudoin I., den er im Jahre 1984 einem Mann schrieb, der sich gegen die Religion auflehnte: “Ich beobachte, dass jedes Mal, wenn sich Personen bemühen, nach dem Evangelium zu leben, wie es Jesus uns lehrt, das heißt uns zu lieben, wie Er uns geliebt hat, eineWandlung beginnt: Aggressivität und Traurigkeit wandeln sich in Friede und Freude. Ich kann Dir gestehen, dass ich trotz all meiner Fehler und meiner Schwächen diesen Frieden und diese Freude erfahre, und das unabhängig von den Schwierigkeiten und Uneinigkeiten um uns herum. Niemand kann aus eigener Kraft diesen Frieden und diese Freude in seinem Herzen bewahren. Doch verspricht sie Jesus all denen, die Ihm nachfolgen möchten. Noch als Jugendlicher erfuhr ich, dass Gott uns in der Person Jesu Christi liebt und dass Er mich persönlich mit ungeheurer, unvorstellbarer, aber sehr konkreter Liebe liebt. Ab diesem Tag hat sich mein Leben geändert.”

Was machen Sie für die Mehrheit der Katholiken, die sich nicht mehr durch die Sakramente stärken lassen?

Sicher kennen Sie den Roman “Die Jerominkinder” von Ernst Wiechert. Der Held, Jons, ist der junge Sohn eines Köhlers und bekommt ein Stipendium. Er hat lauter übertriebene Begehren, doch führt ihn ein älterer Student, Jumbo, in die Realität zurück. Dieser rät ihm, das Landstück von 30 Morgen, das Gott ihm anvertraut hat, gut zu bestellen. Es geht nicht darum, “von einer Idee auszugehen und zu meinen, wir seien auf Erden, um diese in die Wirklichkeit umzusetzen”, sondern vielmehr darum, “unser Tagewerk so gut zu verrichten, dass wir etwas von den geernteten Früchten denen geben können, die eine schwierigere und ärmere Arbeit haben.” Folgendes Abschiedswort Jumbos an seinen Freund gefällt mir besonders gut: “30 Morgen, Jons! Nicht die ganze Welt; 30 Morgen, hörst Du?” rief er, als sich der Zug langsam in Bewegung setzte.

Als Klausurmönche versuchen wir, unser Bestes zu geben durch das Beten, ein Leben in der Stille, durch unsere Arbeit und die Verbreitung guter Bücher. Wir bestellen unsere 30 Morgen. Gott macht damit, was Er will. Wir sind nicht an der Stelle Gottes.

Welche Ratschläge würden Sie anderen Priestern oder Laien geben, um ihnen bei der Evangelisierung zu helfen?

Wenn jeder Christ seine Pflicht dort tut, wo Gott ihn hingestellt hat, wird sich die Welt wieder aufrichten: “30 Morgen, Jons! Nicht die ganze Welt; 30 Morgen!” Doch muss man mit dem Gebet anfangen. Das Gebet ist die Seele jeglichen Apostolats.

Beten ist heute notwendiger als in den vergangenen Jahrhunderten. Der selige Pater Marie-Eugène vom Jesuskind sagte das schon 1965 mit der ganzen Autorität, die ihm seine Erfahrung in der Seelenführung gab: “Inmitten einer Welt, die Gott immer mehr leugnet, wird es extrem schwierig, den Versuchungen der technischen Entdeckungen, in der sich die großartige Kraft des menschlichen Verstandes zeigt, zu widerstehen.” “In dieser Strömung, die die meisten Seelen zum Atheismus treibt, in dieser Flutwelle, die über uns alle hinwegrollt, kann nur eine gewisse Gotteserfahrung die Seele so stärken, dass sie widerstehen kann. Und diese Erfahrung finden wir nur im inneren und im betrachtenden Gebet… Es scheint mir, dass die meisten Seelen, die treu bleiben möchten, diese Gotteserfahrung brauchen, um nicht zu wanken, insbesondere, wenn sie ein Apostolat ausüben oder Mitmenschen unterstützen oder leiten sollen.” Das sagt alles.

Wovon leben die Mönche und Schwestern von Le Barroux hauptsächlich?

Im Laufe der Jahre haben wir verschiedene Werkstätten eingerichtet. Die wichtigste ist ein Geschenk des Priesterseminars von Gricigliano: unsere Ölmühle, die mehrere geschätzte Sorten von Olivenöl herstellt. Die Früchte unserer über 1.000 Olivenbäume werden hier verarbeitet, sowie die Ernte von Bauern der Gegend. Die Weinreben der beiden Klöster geben anerkannte Weine, die wir verkaufen und versenden (die besten sind Lux und Via Caritatis). Unsere Bäckerei-Konditorei liefert verschiedene Brot- und Gebäcksorten für den Klosterladen und den Versand. Wir geben religiöse Bücher heraus, insbesondere lateinisch-französische Messbücher und Werke über Gregorianik. Dazu kommen die vielen Posten im Kloster, mit dem Schwerpunkt auf dem Empfang der Gäste, die bei der Gemeinschaft Kraft sammeln wollen. Das Stundengebet können Sie online mitbeten, direkt oder nachträglich…

Die Abtei Sainte Madeleine du Barroux befindet sich 3 km entfernt vom Dorf Le Barroux zwischen Carpentras und Vaison-la-Romaine. Nächster Flughafen: Marseille-Provence. Autobahn A7, Ausfahrt Orange Sud oder Avignon Nord. Bahnhöfe: Carpentras (13 km) oder Avignon (38 km).

Weitere Informationen unter: www.barroux.org