Brennende Müllcontainer

Kein schönes, aber ein treffendes Bild hat der digitale Volksmund Amerikas für den Wahlkampf zwischen Donald Trump und Hillary Clinton gefunden: “It’s a Dumpster Fire”. Genau, ein brennender Müllcontainer.
Wenn nun – endlich! – das Feuer dieses Wahlk(r)ampfes erst einmal erlischt, dann steht die USA vor der gewaltigen Aufgabe, eine bis zum Zerreissen gespannte Gesellschaft neu zusammen zu bringen, ja zu heilen. Dazu hat Carl Anderson nun die Katholiken Amerikas aufgerufen. Anderson steht der einflussreichen Laienorganisation der Kolumbusritter vor. Der Oberste Ritter der Knights of Columbus sagte wörtlich: “Die Frage, die wir uns stellen sollten, ist diese: Wie Katholiken in Amerika in Zukunft eine Quelle der Einheit und Versöhnung sein können, oder ob wir ein Grund für weitere Spaltung und Feindseligkeit sein werden”.
Diese Frage sollten sich dringend auch wir Katholiken in Deutschland stellen; sowohl mit Blick auf unsere eigene Gesellschaft – als auch unsere Kirche.
Erstens: Welchen Beitrag leisten wir und unsere katholischen Meinungsführer eigentlich zum öffentlichen Diskurs? Ermutigen wir unsere Bischöfe, Funktionäre, Lehrstuhlinhaber einen vereinenden, versöhnenden zu leisten, statt zu spalten, pöbeln, anzufeinden? Das bundesdeutsche “Dumpster Fire” brennt schon ohne katholisches Öl hell genug!
Zweitens: Wir brauchen innerkirchliche Einheit und Versöhnung, statt Rauchbomben, die Verwirrung stiften und Brandsätzen, die an der Einheit der Kirche und ihrer Lehre zündeln.
Wenn ich höre und sehe, wie manche Katholiken öffentlich agieren, komme ich mir gelegentlich vor wie in einem Sketch von Monty Python. Unsere Gesellschaft braucht uns Katholiken aber weder als unbiedere Brandstifter noch als Laientruppe einer “Leben des Brian”-Inszenierung. Unser Land braucht Jesus Christus, und Menschen die seine heilende, Frohe Botschaft verkünden und leben.

(Crosspost meines “Standpunkt”-Kommentars heute auf katholisch.de)