Wir brauchen ein Islamgesetz

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Der Islam in Oberbayern: Die Moschee von Penzberg. Foto: Wimmer

An Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ Kardinal Reinhard Marx mit seiner Aussage zum Umgang mit dem selbst-ernannten “Islamischen Staat” (IS). Der IS muß gestoppt werden, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz zum Abschluß der Frühjahrsvollversammlung am Donnerstag. Er sprach damit aus, was nicht nur alle Bischöfe von Bundesregierung und Staatengemeinschaft verlangen, sondern auch die große Mehrheit aller Bürgerinnen und Bürger will, egal ob Christen, Agnostiker – oder Muslime.

Wenn wir den IS und sein mörderisches, abstossendes, gottloses Treiben stoppen wollen, dann schaffen wir das nicht allein durch Waffengewalt; wenn auch leider nicht ohne: Zurecht weist der Münchner Erzbischof darauf hin, dass Verhandeln mit dem IS alleine “offenbar sinnlos” ist. Wir schaffen es auch nicht nur mit Forderungen an unsere Regierung und andere, etwas zu tun. Wir, Christen wie die Zivilgesellschaft allgemein, müssen der friedlichen Mehrheit der Millionen Muslime, die unter uns leben, eine faire Chance geben, mit dem Grundgesetz und unseren Werten harmonierende Formen ihres Glaubens zu entwickeln und zu leben. Etwa als Körperschaften öffentlichen Rechts. Mehr noch, wir müssen dies einfordern. So klar und deutlich wir nur können. Im persönlichen Gespräch genauso wie auf der Ebene unserer Gesetzgebung.

In Österreich wird dies nun mit dem am Mittwoch verabschiedeten Islamgesetz versucht, das Muslime einerseits schützt und mehr Rechte einräumt, andererseits aber Pflichten auferlegt. Vor allem schiebt es einer Praxis einen Riegel vor, welche die Entwicklung eines friedlichen, europäischen Islam nach wie vor erschwert: Dass Prediger aus anderen Ländern importiert und von dort finanziert werden.

Solche Gesetze, in Deutschland oder ganz Europa, würden noch lange nicht das komplexe Phänomen des radikalen Islams stoppen. Aber sie wären ein Schritt in die richtige Richtung. Der IS verbreitet sich nicht nur in Syrien, Irak, Libyen. Er wuchert längst auch unter uns, in unseren Gemeinden und Familien.

(Ursprünglich veröffentlicht als “Standpunkt” auf http://www.katholisch.de)