Allein unter 800 Frauen – mein Beitrag zum “Tag der Männer”

Die Zeiten, da das Land “neue Männer” brauchte sind nicht vorbei. Im Gegenteil. Die werden dringender gebraucht als Gedenktage und Geschlechter-Klischees.
Es war der internationale “Tag der Männer” diese Woche. Meinen Beitrag zu diesem überaus wichtigen Gedenktag – wichtiger ist, wenn überhaupt, wohl nur noch der “Tag des Butterbrots”  – habe ich gleich ein paar Tage vorab geleistet. Wie es sich für einen Mann gehört! Meine Leistung? Ich sass als einziges Mannsbild auf einer Bühne vor 800 Frauen (und, ich glaube, zwei weiteren Männern) im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim.
Grund war der sechzigste Geburtstag der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, kurz: KFD. Auf dem Podium diskutierte ich mit einer Reihe kluger Frauen aus verschiedenen Lebensbereichen, darunter eine Landesbäuerin a. D., eine Grünen-Politikerin und eine evangelische Stadt-Dekanin. Das Gespräch war interessant, angenehm kontrovers bisweilen, und die Veranstaltung sehr gelungen. Aber als am Abend daheim die vier Kinder endlich im Bett waren, die Küche aufgeräumt, die Haustiere versorgt, fielen meine Frau und ich erschöpft aufs Sofa. Keiner von uns beiden hatte noch viel Energie oder Lust, darüber zu reden, wie es war. Vom Weltmännertag ganz zu schweigen. Und dabei beschlich mich ein unguter Gedanke: Ist das nicht das eigentliche Problem?
Doch wie so oft in unseren digitalen Zeiten bot ein Griff zum Smartphone die Erlösung: Alles kein Problem, beruhigte mich Google. Einen internationalen Tag der Familie gibt es auch schon!
Na dann.
Gedenktag-Inflation hin – überholte Geschlechterklischees her: Wir brauchen neue Männer. Unsere Gesellschaft, unsere Ehefrauen, unsere Kinder haben die besten Männer verdient, die wir Mannsbilder sein können. Der richtige Mann, das ist der “neue Adam”.  Wer wissen will, was das heisst, wie man ein richtiger Mann ist, und besser noch, wie man einer wird, der kann das nachlesen und lernen. Seit kurzem gibt es zum Beispiel “Männer sind anders” von Larry Richards auch in deutscher Sprache. Im Original heisst das Buch viel treffender einfach “Be a Man!”. Es hat mir persönlich auf die Sprünge geholfen, auch weil ich – typisch Mann – nicht allem, was da steht, zustimme. Wer es geschrieben hat? Ein katholischer Priester.
The family – an image taken between 1885 and 1910 (CC Image: State Archives of Florida, Florida Memory)
The family – an image taken between 1885 and 1910 (CC Image: State Archives of Florida, Florida Memory)
(Crosspost meiner Kolumne “Wimmers Woche” auf http://www.muenchner-kirchennachrichten.de)