Wimmers Woche: Im Sitzen sterben

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Was haben wir nicht schon alles ausprobiert in den vergangene Wochen im Medienhaus! Neue Tagesordnungen, eine App, die anhand der Gehälter der Anwesenden die Minuten in Euro berechnet…alles, damit unsere Sitzungen straff und so kurz wie möglich sind. Dabei laufen die meisten “Meetings” bei uns ohnehin zackig. Mehr als eine halbe Stunde ist selten. 

Also, wenn ich da an Sitzungen bei einer Vorgesetzten in einer andern Firma auf einem anderen Kontinent zurück denke… aber darüber lieber ein anderes Mal.

Nun gibt es eine Sitzung, die regelmäßig eine Stunde dauert, und manchmal sogar bedeutend länger: Die Redaktionskonferenz der Zeitung. Gut: Wir haben eine Menge vor jede Woche, planen und diskutieren die nächste Ausgabe, machen eine gründliche Blattkritik der aktuellen, und jonglieren nebenbei noch mehrere Projekte. Trotzdem: Als ich heute diesen Artikel im geschätzten Economist gelesen habe darüber, dass wir alle im Sitzen vor uns hinsterben, war ich versucht, die nächste Sitzung (sie ist morgen am Vormittag, nach einer anderen) als “Stand up Meeting” zu versuchen. Aber ohne Tisch? Die Vorstellung, wie wir alle gebückt über dem Konferenztisch herumstehen, war dann doch zu komisch.